Julia in Palästina

Mein Sommer in der Westbank

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Das Projekt

Ich habe meinen Sommer in einem Flüchtlingslager in Ramallah, Palästina verbracht, wo ich zusammen mit Menschen gewohnt habe, die seit 1949 Flüchtlinge in ihrem eigenen Land sind. Von Juni bis August 2016 habe ich für mein Studium 3 Monate in Ramallah, Palästina verbracht, wo ich nebst Unibesuch in dem Flüchtlingslager Al-Amari Camp gelebt und gearbeitet habe.

70 Jahre Flüchtlingsdasein
In diesem Camp in der Nähe Stadt Ramallah leben über 10'000 Menschen, die nach dem Krieg im Jahr 1948 aus ihren Häusern vertrieben wurden und seither nicht zurückkehren können. Unter den Vertriebenen gibt es viele Familien, die weniger als gar nichts besitzen und sich nur knapp über Wasser halten können. Jedes Jahr im Monat Ramadan, der dieses Jahr auf den Juni fiel, werden im Camp täglich rund 350 Mahlzeiten gekocht und an die bedürftigsten Familien verteilt. Bei der Verteilung habe ich viele spannende und äusserst herzliche Menschen kennengelernt, bei denen ich in Folge auch oft zum Essen eingeladen war und dadurch einen Einblick erhielt in das tägliche Leben im Camp, das geprägt ist von Entbehrung und Mühsal. Während den drei Monaten bin ich nebst der Arbeit im Camp auch viel in der ganzen Westbank herumgereist und habe historische Städte wie Bethlehem und Nablus gesehen.

Hebron - die geteilte Stadt
Am meisten ist mir dabei jedoch Hebron (Al-Chalil) in Erinnerung geblieben, wo die Situation der Palästinenser besonders prekär ist. Israelische Siedler und das Militär unterdrücken die Bevölkerung systematisch und es findet seit Jahrzehnten eine Politik der Vertreibung statt. Um Hebron werden ländliche Dörfer zerstört, fruchtbare Länder beschlagnahmt und Ernten zerstört, was der Bevölkerung ihre Lebensgrundlage entzieht. Zusätzlich herrscht ein Bauverbot, was es faktisch unmöglich macht, abgerissene Häuser zu ersetzen, oder infrastrukturelle Notwendigkeiten zu tätigen. In der Stadt selber herrscht ein Klima der Apartheid – gewisse Strassen sind einzig und allein für Siedler und Touristen zugänglich. Der Schulweg für hunderte Kinder ist nur unter Begleitung von Helfern möglich und ein normaler Schulbetrieb ist praktisch unmöglich. Gewalt – von beiden Seiten – gehört zum Alltag und viele Häuser müssen mit Gasmasken, Feuerlöscher und weiteren Notwendigkeiten ausgestattet werden. Viele Menschen flüchten vor diesem Klima und verlassen Hebron. Bei meinem Besuch habe ich über Freunde eine Organisation kennengelernt, die unermüdlich gegen die Israelische Besatzung ankämpft und auf lokaler Ebene gegen die Ungerechtigkeit vorgeht, die die Palästinenser tagtäglich widerfährt.

HIRN – Hebron International Resources Network.
Das erklärte Ziel der Organisation ist es, der Politik der Vertreibung etwas entgegenzusetzen und das Leben so erträglich wie möglich zu gestalten. Das geschieht einerseits mit dem ständigen Versuch, das Recht auf Bildung so gut es geht zu gewährleisten und Schulen, Kindergärten oder Gemeinschaftszentren zu bauen oder zu unterstützen und somit das Fundament der Palästinensischen Gesellschaft zu erhalten. Zusätzlich wird dort Unterstützung geleistet, wo eine Vertreibung droht – finanziell, materiell oder durch Präsenz. Geleitet wird die Organisation von einem Palästinenser, der sich Tag und Nacht für diejenigen einsetzt, die am verletzlichsten sind. Seine Arbeit hat mich zutiefst beeindruckt und ich finde es wichtig, derartige Projekte zu unterstützen. Meiner Meinung nach ist die Unterstützung sogenannter Grassroot-Organisationen etwas äusserst Wichtiges, da die Menschen vor Ort selbst am allerbesten wissen, was sie brauchen und wie sie es unter den gegebenen Umständen erreichen können.

Das Journal

Ausbau einer Mädchenschule in Hebron

Anbei kurz und bündig ein paar Informationen zu einem aktuellen Projekt von HIRN in Palästina, bei dem eine Mädchenschule in Süd-Hebron ausgebaut werden soll.

Das Crowdfunding läuft noch sechs Tage und jede Unterstützung is willkommen!

Bei HIRN handelt es sich um eine Organisation die ich Palästina kennen und sehr schätzen gelernt habe. Sie möchte mittels Crowdfunding eine bestehende Schule in einem Dorf in den South Hebron Hills ausbauen, um das frühzeitige Ausscheiden von Mädchen zu verhindern. Da die nächstgelegene Schule für Mädchen zehn Kilometer entfernt liegt und der Weg dorthin beschwerlich ist, verlassen viele Mädchen die Schule bereits nach der 8. Klasse. Das soll mit dem Ausbau einer näher gelegenen Schule verhindert werden.

Für weitere Auskünfte zu HIRN oder diesem Projekt dürft Ihr euch jederzeit ungeniert bei mir melden. Bei Interesse hätte ich auch noch weiterführende Berichte über den Einfluss der Besatzungspolitik auf das Recht auf und den Zugang zu Bildung im Westjordanland.

Die wichtigsten Infos findet ihr direkt unter folgenden Links:

Crowdfunding für das aktuelle Projekt: https://www.justgiving.com/crowdfunding/HIRNBethlehemMarathon2017 

Aktualisierte Homepage mit allen Infos zu HIRN: https://hirn.wordpress.com/projects/ 


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Wichtiges Update Oktober 2018

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Kontakt

Mein Name ist Julia Wartmann, ich bin 26 Jahre alt, studiere Internationale Beziehungen des Nahen Ostens und Arabisch an der Universität Edinburgh und habe schon in Argentinien, Palästina und Schottland gelebt. In Zukunft möchte ich für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz arbeiten.

Falls du auch eine Reise nach Palästina planst, helfe ich dir gerne mit Tipps und Infos. Kontaktier mich doch unter julia.wartmann@icloud.com