Jamil's Flucht

Meine 54- tägige Flucht begann im Oktober 2015. Ich,  Jamil *, flüchtete ganz alleine, mein Bruder und meine Eltern sind immer noch in Ghazni. Auf der Flucht waren so viele verschiedene Leute, auch Junge, Kinder und Frauen. Wir waren oft mit einem Auto von Land zu Land und oft zu Fuss über die Berge unterwegs.

Ich bin in Ghazni, einer Provinz in Afghanistan, geboren und aufgewachsen, mit meinem Bruder und meinen Eltern.Von dort begann meine 5000 km Flucht – nach Kabul – Nimros – Pakistan – Iran – Türkei – Griechenland – Mazedonien – Serbien – Kroatien – Österreich – Deutschland – Basel – Zürich.

Wenn man in das erste Land kommt, erhält man ein Papier und man entscheidet dann selbst, wohin man gehen will. Wenn entschieden ist welches Land, bzw. welches die nächste Station sein wird, erhält man einen Stempel auf seinem Papier. Die Reise geht immer so weiter, falls die Grenzen offen sind und somit ist es legal. Wenn eine Grenze nicht offen ist, dann muss man den Schmugglern viel Geld bezahlen. Bei mir war das so, als ich in die Türkei wollte. Mein Vater hat mir dieses Geld gegeben. Das waren 3000.- Dollar. Als ich unterwegs war, hatte ich vor Dieben und der Polizei am meisten Angst, denn die Diebe nehmen einem alles weg. Wenn die Polizei mich festgenommen hätte, hätte ich wieder zurück nach Afghanistan müssen. Die Auswanderung ist nicht einfach, wenn man wegen etwas in ein fremdes Land flüchtet, weil man keine Freunde hat und auch niemanden kennenlernt. Alles ist fremd. Die Sprache ist auch so schwierig. Am Anfang war einfach alles extrem schwierig, doch mit der Zeit kam alles gut und jetzt kann ich auch ein bisschen Deutsch reden und kann einfacher Leute kennenlernen. Ob ich selber hier bleiben darf weiss ich noch nicht, aber ich möchte gerne Automechaniker werden.Jetzt lebe ich mit fünf Leuten in einer Wohnung vom Asylheim und wir haben es sehr gut und mögen uns alle sehr. Nun bin ich froh, dass ich in der Schweiz bin und die Leute sind sehr nett, freundlich und hilfsbereit. Ich fühle mich hier sicher, aber ich vermisse meine Familie so sehr. Es ist schwer für mich und meine Familie.

Karim hat das Deutsch Diplom B2 und kann schon sehr gut reden und schreiben. Er besucht unsere Integrationsschule „Kollektiv-Raum.- Schule“ mit grosser Neugier und Fleiss.

 Danke Jamil für deine persönlichen Worte !

*(20, Name geändert)